Ehemalige Vertragsarbeiter aus Mosambik suchen ihre Kinder in Deutschland

Ich bin Manuel (1.Person links), verantwortlich für das Projekt REENCONTRO FAMILIAR: MOCAMBIQUE-DEUTSCHLAND‘, das auf deutsch ‚Familien-Wiederbegnung‘ heißt, seit 2012 zusammen mit dem vor kurzem in der Türkei Inhaftierten Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner aus Berlin.

Ich engagiere mich für Reencontro Familiar, weil ich selber auch ohne meinen Vater aufgewachsen bin, da er, wie viele „Vertragsarbeiter“ aus Mosambik, die ehemalige DDR verlassen hat, weswegen ich verstehen kann, wie schwer es ist, wenn man nicht weiß, wer sein eigener Vater ist. Ich habe 2012 Peter Steudtner kennengelernt, der sich schon Jahre vorher für Suche nach vermissten Angehörigen in Deutschland und in Mosambik engesetzt hat. Als ich von seiner Arbeit erfahren habe, wollte ich mit meiner Hilfe an dem Projekt meine Dankbarkeit für sein Engagement zum Ausdruck bringen.

Zuerst fing ich an für Peter nach Betroffenen in Deutschland zu recherchieren, die ihren Vater aus Mosambik suchen. Jedes einzelne mal als ich nach Mosambik geflogen bin sind viele, vor allem ehemalige Vertragsarbeiter auf mich aufmerksam geworden und haben mich gefragt, ob ich ihnen helfen kann, auch ihre Kinder in Deutschland suchen zu können. Die Suche nach den Vätern in Mosambik und das bekannt machen, dass ich mit Peter Steudtner eine Zusammenarbeit gegründet habe, wurde sehr bekannt, wodurch mich viele Väter in Mosambik ansprachen.
Ich ließ mich sehr stark von persönlichen Beweggründen leiten, mich für die Arbeit zu engagieren, wodurch ich natürlich einen großen Sinn für mich im Leben bekommen konnte.

Wenn man den Ehrgeiz hat, braucht man nicht lange zu überlegen, wie man vorgeht, ich brauchte nur ein Beispiel von Peter’s Arbeitsweise und konnte dann mit eigener Willenskraft alles ganz Gut selbst umsetzen, um aber eine Chance zu haben, dass das Projekt langfristig funktioniert, war es für mich sehr sehr wichtig, dass Zeca, Peter und ich eine Gute und lange bestehende Einheit wurden, die wir bis heute noch geblieben sind, worauf ich sehr stolz bin.
Zeca war der Kontaktmann in Mosambik, der mit beinah jeden Mosambikaner in Kontakt ist.

2014 bekamen wir sehr großen Zuwachs von Marcia Catherine Schenck. Sie war eine Studentin, die für ca. sechs Monate in Mosambik Recherchen zu ihrer Doktor-Arbeit, über Arbeits- und Bildungsmigranten aus Mosambik und Angola machte und dabei exzellente Arbeit für die Daten Erfassung von mosambikanischen Vertragsarbeiter machte. Es gab schon von uns eine Liste von Suchenden Vätern aus Mosambik, aber von Marcia haben Wir eine noch längere Liste mit noch mehr suchenden Vätern aus Mosambik erhalten, als wir selber bis dahin, im unseren (Peter, Zeca und mir) Datenbank-Verzeichnis gehabt haben. Ich habe es erst im letzten Jahr geschafft, die Liste der suchenden Väter von Marcia im unseren Datenverzeichnis mit zu integrieren, da die Liste von Marcia für uns so lang war, sodass weder ich noch Peter sie auf einmal durcharbeiten konnten.

Dimande und ich war letztes Jahr 2017, das letzte mal in Mosambik, wo ich auch wieder im Fernsehen aufgetreten bin, auf dieser Reise konnte ich zwar vier Väter finden, wovon aber bereits drei verstorben waren. Wir haben immer zwischendurch Nachrichten von Zeca Cossa aus Mosambik erhalten, wenn er jemanden in Mosambik finden konnte, oder auch wenn jemand auf unserer Internetseite gesehen hat, dass er gesucht wird.

Hier findet ihr die Liste der suchenden Väter

Suchende aus Mosambik (2018)