Afrofeminismen – Wer ist da mitgedacht? | Panel

29-06-2017 19:00 - 29-06-2017 21:00
Interkulturelles Frauenzentrum S.U.S.I.
Innsbrucker Str. 58, 10825 Berlin, Deutschland

Diese Veranstaltung ist eine Einladung zu Inspiration und Empowerment!

Die intersektionalen Positionen von unterschiedlichen Frauen*gruppen werden heute in der deutschen Öffentlichkeit stärker wahrgenommen als früher – wenn auch noch nicht stark genug. Dazu gehören auch die Positionen von Schwarzen Frauen* und Schwarzen “Genderfluid Personen“ – seien wir Afrikanerinnen* oder Europäerinnen*, Lateinamerikanerinnen* oder Nordamerikanerinnen*.
Wir haben nicht nur viele gemeinsame, sondern auch sehr unterschiedliche Erfahrungen und Anliegen: als Migrantinnen oder Geflüchtete, als queer oder ökonomisch Marginalisierte, als Menschen, die in dieser Gesellschaft behindert werden und auch andere Formen von Diskriminierung erfahren.
Dass unsere Stimmen heute mehr gehört werden, ist den vielen Aktivistinnen* zu verdanken, die sich selbstbewusst organisieren – einige tun das schon seit Jahrzehnten. Sie erarbeiten ihre eigene Identität und Geschichte, zeigen sie der Welt und tragen ihre Forderungen nach einer Gesellschaft vor, die frei von Gewalt, Rassismus, Homophobie, Sexismus und anderen Diskriminierungen ist.

In unser heutiges Podium laden wir Schwarze Aktivistinnen* ein, um Fragen wie diese zu beantworten:

  • Wie positionieren wir uns als Feministinnen* mit sehr spezifischen Lebenskonzepten und „Afro“-Identitäten in Deutschland?
  • Welche Erfahrungen bringen wir in die Auseinandersetzung mit Kolonialismus ein?
  • Wie verbinden wir unsere Auseinandersetzungen mit unserem täglichen Leben?
  • Worauf freuen wir uns am meisten?

Mit:
– Jasmin Eding (Mitbegründerin von ADEFRA e.V., arbeitet in einem Projekt für geflüchtete Menschen)
– anouchK ibacka valiente (Gender-Aktivistin, Autorin)
– Stefanie-Lahya Aukongo (Autorin, Poetin, Kuratorin, Fotografin, Aktivistin, Workshop-Teamerin und Sängerin)

Moderation: Clementine Burnley (Schriftstellerin, Dichterin, Aktivistin und Mutter)

Anschließend Spoken Word von Stefanie Lahya Aukongo!

Eine Veranstaltung der Reihe “Salon Intersektionalität – Reality Check“, eine Kooperation zwischen Frieda Frauenzentrum, EWA Frauenzentrum, Frauenkreise, RuT und Interkulturelles Frauenzentrum S.U.S.I.

Zu den Referentinnen:

Clementine Burnley ist in der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun geboren und aufgewachsen. Sie lebt heute in Berlin und Limbe, Kamerun.
Sie ist Schriftstellerin, Dichterin, Aktivistin und Mutter. Seit 2000 arbeitet Clementine als (kritische) Entwicklungskooperationsforscherin und Beraterin in England, Italien und Deutschland. Sie macht Organisationsbegleitung im Thema Intersektionalität in der Vereinsarbeit bei Yekmal e.V. und ist Leiterin des Projekts MSOInklusiv des Migrationsrates Berlin-Brandenburg (MRBB).
In ihrem Leben und Werk lernt sie stetig von den Personen um sich herum, mit Vergnügen durch Diskriminierung erlittene Schäden zu überwinden.

Jasmin Eding ist Dipl. Sozialpädagogin, Massagetherapeutin, Mitbegründerin von ADEFRA e.V., antirassistische-feministische-lesbische Grassroots Aktivistin.  Sie arbeitet in einem Projekt für geflüchtete Menschen.

AnouchK ibacka Valiente hat Internationales Recht studiert – beschäftigt sich aber seit langem mit Gender, Afrikanischer Diaspora und Spiritualität. Sie ist Mitorganisatorin des trans*march – den sie initiiert hat und der 2014 in Berlin stattfand –, des Cutie.BPoC – Festivals by & for Queer Trans* Inter* Black & PoC und des TransFormations – Trans* Film Festival Berlin. Geboren in La Habana und aufgewachsen in Paris, lebt sie gerne an unterschiedlichen Orten. Das von AnouchK ibacka Valiente herausgegebene Buch „Vertrauen, Kraft & Widerstand – Kurze Texte und Reden von Audre Lorde“ hat neue Türen geöffnet.

Stefanie-Lahya Aukongo (genannt Lahya) ist Autorin, Poetin, Kuratorin, Fotografin, Aktivistin, Workshop-Teamerin und Sängerin. Zu viel für ein kurzes Leben? Ganz klar: Nein!
Als Freiberuflerin und machtkritische Künstlerin engagiert sie sich für Themen wie Intersektionalität, Empowerment, Panafrikanismus und gegen Diskriminierung, indem sie über das, was sie bewegt, empört und inspiriert, schreibt, fotografiert, referiert, teamt, singt und diskutiert. 2009 erschien ihr autobiografisches Buch „Kalungas Kind“. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihren exklusiven Gedichtband „United Colours of Seelenkollaps“. Seit 2014 ist sie Kuratorin und Moderatorin der Spoken-Words-Veranstaltung „One World Poetry Night“.
Ihre gesellschaftliche Positionierung: in ihr wohnt eine Schwarze, von gesellschaftlicher Behinderung betroffene, neurodiverse, von Emotionen getragene, queere, big is beautiful, mehrfachüberlebende Akademikerin und Aktivistin mit deutschem Pass. Eine königliche, ost-sozialisierte, poly-lebende femme-cis-Frau aus der Mittelschicht mit unzureichenden finanziellen Mitteln, mit angemessen vielen Haaren auf dem Kopf und großem Herz. Sie sieht Positionierungen, besonders ihre eigenen, als Ausgangspunkt ihres Handelns und Fühlens und versteht diese als Ermächtigung in ihrer menschenrechtspolitischen Arbeit.

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  • 28-06-2017 19:00 - 28-06-2017 20:00

    POLITIKEN DES SPRECHENS (IN KUNST UND KULTUR)
    //
    CULTURAL POLITICS AND THE DILEMMA OF SPEAKING FOR OTHERS

    *****Please scroll down for English version*****

    Wörter und Bilder haben eine explosive Kraft – das macht das aktuelle politische Klima sehr deutlich. Die Fronten verhärten sich in der Frage, wo die Grenzen des Sag- und Machbaren liegen. Wer kann für wen sprechen? Während unterrepräsentierte Gruppen langsam mehr Beachtung in den Kulturinstitutionen finden, ist es für Kulturschaffende an der Zeit sich zu positionieren. Heißt künstlerische Freiheit um jeden Preis immer alles sagen zu können? Auch wenn das Gesagte andere zum Schweigen bringt und tradierte rassistische Stereotype fortschreibt? Beschränken wir schon allein mit der Formulierung dieser Fragen die freie Entfaltung von Ideen? Und wie können wir uns der Debatte stellen ohne in sprachliche Orthodoxie zu verfallen? Dies sind einige der Fragen, die uns durch diesen Gesprächsabend führen werden – mit einem Künstler, einer Aktivistin, einem Akademiker, einer Journalistin und dem Publikum.

    MIT Daniel C. Barber, Natasha A. Kelly, Isaiah Lopaz, Sheila Mysorekar MODERATION, KURATION Sarah Lewis-Cappellari DJ Zen Jefferson

    Weitere Informationen: hier!

    Considering the current political climate- the explosive power of words and images are contributing to increasingly antagonistic debates over what one can say or do, and who can speak for or about whom. As underrepresented groups and their (re)- presentation are garnering more attention in cultural institutions (sparking controversy, critique and praise) what positions are we all as cultural producers willing to take? Does artistic freedom mean we must defend the right to say anything, whatever the cost? How much do we support that expression-if it might be harming, suffocating, silencing and perpetuating racial oppression? By asking that question are we already inhibiting the free spirited exploration of ideas? How can we engage in this conversation without falling into language orthodoxy or oppressive power structures? And finally and most intimately what is our proximity to the subject at hand? These are just some of the loaded inquires that will be addressed throughout this evening of staged talks with our invited guests- an artist, an activist, an academic, a journalist, a DJ and the general public.

    WITH Daniel C. Barber, Natasha A. Kelly, Isaiah Lopaz, Sheila Mysorekar HOST, CURATION Sarah Lewis-Cappellari DJ Zen Jefferson

    Further Information: here!